Ludwig II. (2012)

8. Januar 2013 § Keine Kommentare § permalink

Ludwig-Porträt von Carl Theodor von Piloty (Quelle: Wikipedia)

Der baye­ri­sche Märchenkönig Ludwig II. ist sicher­lich nie­mand, der im Gedenken der Nachwelt zu kurz gekom­men wäre, im Gegenteil. Er gehört zu der exklu­si­ven Kategorie his­to­ri­scher Persönlichkeiten, bei denen man sich erst durch eine ganze Schicht von Mythen schau­feln muss, um auf den Grund der his­to­ri­schen Wahrheit zu kom­men. Wenn jetzt also Peter Sehr, Co-Autor und Regisseur des neu­es­ten Ludwig-Films, erklärt, Ludwig sei nun „lange genug zur Ikone sti­li­siert“ wor­den und er wolle end­lich „den Menschen zei­gen“, dann ist das von der Intention her erst mal eine gute Sache. » Weiterlesen… «

Der Hobbit und die vielen Bilder

30. Dezember 2012 § Keine Kommentare § permalink

Der Hobbit: Eine unerwartete ReiseManchmal weiß man es lange vor­her, wenn Geschichte geschrie­ben wird, und Peter Jacksons Herr-der-Ringe–Prequel Der Hobbit ist zwei­fel­los so ein Fall. Wohl kaum wegen des Inhalts, ver­steht sich, aber dadurch, dass er eine mög­li­cher­weise bahn­bre­chende tech­ni­sche Neuerung ein­führt, indem er die Anzahl der pro­ji­zier­ten Bilder pro Sekunde (fps) ver­dop­pelt, vom bald ein Jahrhundert alten Standard von 24 fps auf 48 fps. Das nennt sich dann „HFR“ für High Frame Rate und ist etwas, wor­auf ich per­sön­lich schon lange warte, denn das Geruckel bei Seitwärtsschwenks und über­haupt jeder schnel­len Bewegung geht mir buch­stäb­lich seit Jahrzehnten auf die Nerven.

Nun stellt sich aber her­aus, dass das Ganze viel­leicht keine so unein­ge­schränkte Verbesserung ist, wie man mei­nen möchte. Schon nach der ers­ten Testvorführung haben sich Journalisten laut dar­über beklagt, der Hobbit sehe mit 48 Bildern pro Sekunde irgend­wie flach und bil­lig aus, ein biss­chen wie Video, gar nicht nach Kino und fast wie eine Seifenoper. Was ist da los? » Weiterlesen… «

Anna Karenina (2012)

25. Dezember 2012 § Keine Kommentare § permalink

Anna KareninaLeo Tolstois Roman Anna Karenina ist natür­lich eine fik­tive Geschichte, aber für Historiker hat er doch einen gewis­sen Wert als Quelle über Leben und Denken der rus­si­schen Oberschicht. Über­setzt in eine fil­mi­sche Darstellung funk­tio­niert so etwas lei­der sel­ten — alles his­to­risch Bedeutsame, was der Roman zu sagen hat, ver­liert sich allzu leicht zwi­schen pracht­vol­len Kostümen und schlich­ten Vorurteilen, denn die aris­to­kra­ti­sche  Welt des 19.Jahrhunderts ist schließ­lich jeder­manns Standardvorstellung der Vergangenheit. Und da es Tolstoi ist, der für weni­ger als tau­send Seiten gar nicht erst den Füller auf­ge­schraubt hat, beschrän­ken sich die Schwierigkeiten auch durch­aus nicht auf den his­to­rio­gra­phi­schen Bereich.

Der Kostümfilm-Spezialist Joe Wright hat es trotz­dem ver­sucht und jetzt eine pro­mi­nent besetzte Neufassung des rus­si­schen Klassikers in die Kinos gebracht, die von den Kritikern recht gut auf­ge­nom­men wor­den ist. » Weiterlesen… «

Argo (2012)

19. November 2012 § Keine Kommentare § permalink

ArgoBen Affleck kennt man ja am ehes­ten aus nive­auf­reien Actionkrachern wie Armageddon oder dem außer­ir­disch schlech­ten Pearl Harbor. Cineasten erin­nern sich dane­ben viel­leicht noch an Good Will Hunting oder viel­leicht die kul­ti­gen Kevin-Smith–Filme aus den Neunzigern. Tatsächlich ist der Mann aber inzwi­schen auch Regisseur, und gar kein schlech­ter: Seine ers­ten bei­den Filme Gone Baby Gone und The Town wur­den von den Kritikern sehr wohl­wol­lend auf­ge­nom­men und waren auch an der Kasse kein schlech­ter Erfolg.

In sei­ner drit­ten Regiearbeit prä­sen­tiert er uns jetzt die wahre, aber ziem­lich unglaub­li­che Geschichte von einem fal­schen Filmteam, das echte Geiseln aus dem revo­lu­tio­nä­ren Iran befreien sollte. » Weiterlesen… «

Die Vermessung der Welt (2012)

13. November 2012 § Keine Kommentare § permalink

Die Vermessung der WeltEin deut­scher Weltbestseller, ein rou­ti­nier­ter Regisseur, ein paar fesche junge Schauspieler — was soll da noch schief­ge­hen? Das wird man sich auch bei den zehn Filmförderungsanstalten gedacht haben, die das Budget die­ser Produktion auf einen zwei­stel­li­gen Millionenbetrag hoch­ge­schraubt und Detlev Buck damit ermög­licht haben, Daniel Kehlmanns Doppelbiographie von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß auf­wän­dig in 3D zu produzieren.

Leider war’s dann doch alles raus­ge­schmis­se­nes Geld, künst­le­risch betrach­tet, denn was dabei her­aus­ge­kom­men ist, ist eine kon­kur­renz­lose Peinlichkeit, deren Existenz nicht ein­mal als bil­li­ges Fernsehfilmchen wirk­lich zu recht­fer­ti­gen gewe­sen wäre.

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