26. April 2011 § § permalink
Jetzt habe ich tatsächlich mehr als einen Monat gebraucht, um den Artikel zu diesem Film endlich fertig zu schreiben. Und zwar nicht, weil das Thema so langweilig gewesen wäre oder weil ich keine Zeit gehabt hätte (obwohl speziell in dieser Hinsicht natürlich immer Verbesserungspotenzial besteht). Im Gegenteil.
Jesse James war für mich bisher eine Figur aus den Lucky-Luke-Comics. Dass er nicht frei erfunden war, war mir klar, aber viel mehr als das und eine diffuse Vorstellung von einem edlen Wildwest-Robin Hood hat sich durch die dicke Hülle europäischer Sozialisation dann auch nicht bis zu mir durchkämpfen können. Und sobald ich ein bisschen mehr wusste, haben sich eher immer mehr Fragen aufgetan, denn edel war dieser Mann tatsächlich eher nicht. Und sicher kein Robin Hood. Wie ist er also zu diesem schmeichelhaften Image gekommen? » Weiterlesen… «
23. April 2011 § § permalink
Aus dem ganzen Aufgebot der diesjährigen Oscarverleihung ist Biutiful der erste Film, der mich wirklich beeindruckt hat. Natürlich habe ich ein paar Filme nicht gesehen, unter anderem das angeblich so überragende Social Network, aber was ich gesehen habe waren — nunja, nicht gerade Enttäuschungen, auch nicht nur mittelmäßige Kost, aber eben doch nichts, was in die Filmgeschichte eingehen wird.
Das ist bei Alejandro González Iñárritus letztem Werk vielleicht auch nicht unbedingt der Fall, aber immerhin bringt Biutiful etwas fertig, was viele Filme gerne schaffen würden, aber selten einer erreicht: er fühlt sich tatsächlich an wie ein „authentisches Unterschichtsdrama“. Das dürfte immerhin fast so eine Art heiliger Gral des anspruchsvollen Kinos sein. » Weiterlesen… «
16. April 2011 § § permalink
Der Frühling hält endlich Einzug, und irgendwie fordert das seinen Tribut: Kino ist deutlich seltener die attraktivste Option für die Freizeitgestaltung. Trotzdem hat’s wieder gereicht für heiße Girlie-Action, einen Dirty Rentner, Pornos, Ozeanographen und natürlich eine Prise billige Science-Fiction. » Weiterlesen… «
13. April 2011 § § permalink
Mit The Fighter sind die Nominierten für den Best-Picture-Oscar 2010 endlich vollständig in Deutschland angekommen. Dass man Ordentliches, aber nichts Weltbewegendes erwarten durfte, ist nach den anderen Vorstellungen aus diesem eher schwachen Jahr eigentlich schon klar gewesen. Und das Unterschichtsfamiliendrama-Schrägstrich-Biopic über den relativ unbekannten Boxer Micky Ward erfüllt insgesamt die Erwartungen, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Wo genau die besseren und schlechteren Aspekte dann zu finden sind, ist allerdings dann doch etwas überraschend. » Weiterlesen… «
6. April 2011 § § permalink
Nicolas Cage ist zwar ein geachteter und ernstzunehmender Schauspieler, so richtig mit Oscar daheim auf dem Bücherschrank und allem Drum und Dran, aber er hat offenbar auch ein Faible für ziemlich üble Quatschfilme, und dieser Tendenz setzt er mit dem letzten Tempelritter ziemlich entschieden die Krone auf. Der Film macht sich gleich verdächtig, weil er unter einer landschaftlich ziemlich wüstenhaft anmutenden Eingangsszene die Ortsangabe „Villach“ einblendet, sorgt für intensives Stirnrunzeln, wenn er ein danach paar Schlachten dokumentiert, von denen der ungebildete Historiker im Publikum noch nie etwas gehört hat, und verabschiedet sich nach wenigen Minuten souverän aus der Realität, indem er die beiden Hauptdarsteller an einem felsigen Meeresufer entlangkraxeln lässt, das als die Küstenregion der Steiermark ausgewiesen wird, und das ist ja nun ein österreichisches Bundesland, von dem wahrscheinlich sogar ein paar Amerikaner wissen, dass es da ganz bestimmt kein größeres Gewässer gibt als einen Stausee. Vielleicht hält der Drehbuchautor Bragi F. Schut das für einen guten Witz. Ich will das jedenfalls hoffen. » Weiterlesen… «