Ach ja, diese Künstler. Verrückt müssen sie sein, Melancholiker, Outcasts und am besten Junkies, nur dann können sie Großes schaffen! Dieses Klischee mag in Wirklichkeit nur für wenige gelten, aber wenn es auf einen sicher zutrifft, dann auf den österreichischen Lyriker Georg Trakl, dessen dunkle, symbolhafte und oft schwer zugängliche Zeilen wohl kaum entstanden wäre, wenn er ein braver Apotheker geworden wäre, so wie seine Eltern sich das gewünscht hatten.
Wenn eine Lebensführung an allen gesellschaftlichen Normen vorbei wirklich Voraussetzung für künstlerische Qualität ist, dann hat Trakl jedenfalls alles richtig gemacht: Er ignorierte seine Studien, schlug sich mit Schaffenskrisen und ausgewachsenen Depressionen herum und nahm alle Sorten Drogen, die er in die Finger bekam, was bei einem Apothekergehilfen eine ganze Menge sind. Nicht zuletzt unterhielt er, höchstwahrscheinlich jedenfalls, eine sexuelle Beziehung zu seiner jüngeren Schwester Margarethe, und die ist Thema des Films Tabu — Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden von Christoph Stark. » Weiterlesen… «


